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Vom Spielzeug bis hin zum Profigerät, was bedeuten die Begriffe?

Gemeint sind fliegende ferngesteuerte unbemannte Fluggeräte. Während der Begriff “Drohne” eher militärisch geprägt und der Begriff UAV (unmanned aerial vehicle, UAV, bzw. neuer unmanned aircraft, UA, oder Unmanned Aircraft System, UAS) eher technisch bzw. juristisch geprägt ist, ließt man häufig auch die Begriffe Multicopter, Kopter oder auch Quadrocopter bzw. alle artverwandten Variante wie Hexacopter, Octacopter und weitere. Inzwischen stolpert man auch immer häufiger über den Begriff “Flugroboter”. Uns gefällt der Begriff nicht besonders. Dann wäre ein Auto ja auch ein “Fahrroboter” und eine Kaffeemaschine ein “Kaffeeroboter”.

Was sind die Unterschiede zwischen den Begriffen?

Je nach Einsatzzweck gibt es natürlich ganz Konfigurationen von Multicoptern, die allerdings mit der Begrifflichkeit in erster Linie nicht viel zu tun haben. Einzig und allein beim Begriff Quadrocopter, Hexacopter etc. unterscheidet, zwischen der Anzahl der Rotoren. Wir reden am liebsten von Multicopter bzw. Multikopter – weil man sich da nicht so auf die Anzahl der “Propeller” festlegen muss.

Welche “Kategorien” von Multicoptern gibt es eigentlich und wie unterscheiden sie sich?

Wenn man von Drohnen, Quadrocoptern oder Multicoptern spricht, dann gibt es ein breites Spektrum an möglicherweise gemeinten Fluggeräten. Angefangen bei Spielzeugdrohnen wie dem Hubsan X4 über Semi-professionelle Multicopter wie dem DJI Phantom über die DJI Inspire bis hin zu professionellen Geräten, beispielsweise von Asctec. In der folgenden Aufzählung geht es um eine ganz grobe Richtung:

  • Spielzeug / Freizeit Drohnen: Viele Geräte in der Klasse bis ca. 500 Euro zählen hierzu. Es gibt durchaus am oberen Rand des Preisbereichs auch einige sehr leistungsfähige Fluggeräte und im mittleren Bereich natürlich auch die FPV Racer aber die meisten dieser Drohnen haben eine fixe Kamera (also keine kardanisch aufgehängte) und sind nicht dafür geeignet, beispielsweise professionelle Luftaufnahmen anzufertigen. “Spielzeug Drohnen” wie beispielsweise die Hubsan X4 sind übrigens ideal zum Fliegen üben geeignet. Wer mit einer kleinen Drohne rasant im Wohnzimmer fliegen kann, ist sehr gut vorbereitet.
  • Semi Professionelle Kopter: Dieser Bereich reicht von etwa 800 Euro bis ca. 1.800 Euro. Die Multicopter in dieser Klasse verfügen in der Regel über eine kardanisch aufgehängte Kamera, viele Assistenzsysteme, eine gescheite (meist ins System integrierte) Kamera, Return Home Funktion und teilweise auch Kollisionsvermeidung etc. Mit Drohnen dieser Klasse kann man schon eine ganze Menge anfangen und auch professionelle Projekte wie Luftbilder und Luftvideos realisieren. Unsere DJI Phantom 4 siedelt sich auch in dieser Klasse an.
  • Professionelle Multikopter: 2.500 Euro – 25.000 Euro und mehr. Da es sich um ein sehr sehr breites Preisspektrum handelt, verfügen die “günstigen” professionellen Drohnen wie z.b. die DJI Inspire über eine gescheite (und auswechselbare) Kamera, wahlweise mit Zoom oder FLIR (Infrarot, bzw. Wärmebild) die im Flug von einem zweiten Piloten (Kamera-Operator) um 360 Grad gedreht werden kann (was bei den DJI Phantom Drohnen nicht geht) und die teuersten in dieser Klasse verfügen über die Fähigkeit schwere, professionelle Kameras für Kinoproduktionen zu transportieren oder im Agrarbereich (DJI Agras MG 1) Dünger oder Pestizide punktuell auf Felder auszubringen (Alles was dazwischen liegt siedelt sich im Bereich von individuellen, konfigurierbaren Drohnen an. Beispielsweise für die Wärmebildfotografie, Vermessung, Personensuche oder die professionelle Fotografie mit Systemkameras an. Die professionellen Drohnen werden zumeist von kleineren Manufacturen nach Kundenvorgaben bzw. speziell für bestimtme Einsatzzwecke gebaut. Aber auch der Hersteller DJI verfügt über eine individualisierbare Plattform zum Aufbau von “Custom Coptern”.

Während es zu Anfang der Multicopter Ära noch eine Herausforderung war, die geeignete Hardware zu finden – beispielsweise um ein Gimbal zu bauen oder um einen Copter aufzubauen, so ist dies heute danke verfügbarer Lösungen oder Baukastensysteme kein Thema mehr. Der Funktionsumfang der heutigen und zukünftigen Top-Multicopter wird sich von der Mittelklasse in erster Linie durch innovativere Software und einen damit verbundenen, größeren Funktionsumfang unterscheiden.

Was kann man mit einem Multicopter machen?

  • Fliegen – also im Sinne von Modellflug oder Drone Racing.
  • Luftbilder – mittels ins System integrierter Kamera oder auch mit System- oder Spiegelreflexkameras – je nach Drohnentyp.
  • Luftpanoramen erstellen.
  • Luftvideos aufnehmen – mittels ins System integrierter Kamera oder auch mit System- oder Spiegelreflexkameras – je nach Drohnentyp.
  • Inspektionsflüge – dh. Dächer oder Fassaden oder Industrieanlagen abfliegen anstatt des Einsatzes von Industriekletterern.
  • Thermografie – also Wärmebildaufnahmen, beispielsweise von Gebäuden oder auch von Solarparks um Energielecks oder defekte Solarmodule aufzuspüren.
  • Vermessung von Flurstücken und Erstellung von 3D Modellen mittels GPS.
  • In der Landwirtschaft zur Ausbringung von Düngemitteln und Pestiziden oder zur Beurteilung vom Gesundheitszustanden von Pflanzen und Bäumen.
  • Events überwachen und dokumentieren.
  • Vermisste Personen auffinden.

Natürlich gibt es noch eine ganze Reihe weiterer “Unter-Aktivitäten” wie die der Baufortschrittsdokumentation oder der Inspektion von Windkraftanlagen etc. die wir hier aber nicht separat aufführen.