Obwohl ein Multicopter vom Prinzip her so einfach wie ein Ferngesteuertes Auto zu bedienen ist, so bleibt zu bedenken, dass Multicopter – wie alle Luftfahrzeuge sich im dreidimensionalen Raum bewegen und sich den Luftraum mit anderen Luftfahrzeugen teilen. Aus diesem Grund müssen Flüge verantwortungsvoll geplant werden. In der professionellen Luftbildfotografie, unterscheidet sich die Flugplanung gar nicht so wesentlich von der, der regulären Fliegerei.

Die Flugvorbereitung

  • Es ist selbstverständlich das für sämtliche Flüge die wir durchführen, eine entsprechende Versicherung und eine Allgemeine Aufstiegserlaubnis bestehen.
  • Wir prüfen ob es Luftraumbeschränkungen gibt (CTR – Kontrollzonen, RMZ – Radio Mandatory Zone oder TMZ – Transponder Mandatory Zone).
  • Wir holen eine Wetterauskunft ein (Windgeschwindigkeit, Böen, Niederschlag) und beobachten das Wetter über Tage hinweg, falls der Auftrag dies erfordert.
  • Wir prüfen ob das Projekt innerhalb der Betriebsgrenzen der Drohne zu realisieren ist.
  • Es wird sichergestellt, dass die Aufnahmen stets mit direktem Sichtkontakt zum Multicopter realisierbar sind.
  • Notwendige (sonder)Freigaben werden von uns bei der DFS eingeholt.
  • Prüfen ob das Vorhaben in Einklang mit der AE (Allgemeinen Aufsteigserlaubnis) steht und holen bei Bedarf entsprechende Einzelerlaubnisse ein Landesluftfahrbehörde
UAV Forecast und MyFly Zone

UAV Forecast und myFly Zone sind zwei der Apps die wir auch verwenden um uns einen ersten Überblick zu verschaffen. Ebenfalls interessant ist die Webseite Windfinder.

Die Flugdurchführung

  • Wir stellen sicher, dass sämtliche Genehmigungen vorliegen.
  • Unter umständen informieren wie die Ordnungsbehörden (Flüge in Ortschaften etc).
  • Alle notwendigen Unterlagen (Versicherung, AE, Auftrag des Kunden …) werden für den Flug bereitgehalten (falls die Polizei oder “interessierte” Zuschauer aufkreuzen hat man alles parat).
  • Es wird geprüft, ob das Wetter zum Flugvorhaben passt und die Betriebsgrenzen der Drohne eingehalten werden.
  • Der technische Zustand der Drohne wir geprüft.
  • Die Start und Landefläche wird gekennzeichnet und ggf. abgesperrt.
  • Es wird dafür Sorge getragen, dass ausreichendes GPS Signal besteht, der Homepoint gesetzt wird, es keine Kompass-Interferenz gibt und alle Systeme der Drohne zuverlässig arbeiten.
  • Den Flug im Rahmen der allgemeinen Vorschriften durchgeführt (keine Menschen oder Verkehrswege überfliegen, Einhaltung von Datenschutz und Privatsphäre …)
  • Die Geräuschemission wird so gering wie möglich gehalten und dafür Sorge getragen, dass keine Anwohner gestört werden.
  • Interessierten Zuschauern wird (NACH DEM FLUG) Auskunft gegeben.

Die Flugnachbereitung

  • Der Flug wird ins Flugbuch eingetragen.
  • Das Equipment wird gereinigt und auf Beschädigungen geprüft.
  • Das Filmmaterial wird gesichtet, bearbeitet und mit dem Kunden abgestimmt.

Warum man nicht so einfach “drauf losfliegen” kann

So faszinierend und innovativ Multicopter auch sind, so befremdlich können sie von unbeteiligten Dritten wahrgenommen werden. Schnell wird eine “Drohne” für einen bedrohlichen Eingriff in die Privatsphäre gehalten, obwohl der “vermeintlich Gestörte Beobachter” gar nicht im Mittelpunkt der Aufnahmen steht. Daher gilt es Luftaufnahmen behutsam für alle umliegenden Nachbarn und Anrainer vorzubereiten und diese ggfs. respektvoll in die Planungen mit einzubeziehen.

  • Dafür das Drohnen relativ unkompliziert in den Luftraum der Flugzeuge und die Privatsphäre jedes einzelnen Bürgers eindringen können, ist der Einsatz bisher relativ lasch reglementiert – jedenfalls was den privaten Gebrauch angeht. Im Wesentlichen muss zwischen dem Gewerblichen “Drohnen” und dem Privaten Gebrauch “Flugmodelle” unterschieden werden. Der gewerbliche Einsatz unterliegt inzwischen überwiegend relativ vernünftigen Auflagen. 
  • Wir vertreten die Meinung, dass sämtliche Flüge stets verantwortungsvoll und in Einklang mit der Umgebung durchgeführt werden müssen. Es macht keinen Sinn, stets auf seine “Rechte” zu bestehen und sich mit allen Nachbarn anzulegen.
  • Eine Drohne teilt sich den Luftraum mit anderen Luftfahrzeugen. Kollisionen oder Begegnungen können fatale Folgen haben und Menschenleben kosten. (Beispielsweise wenn eine 1.5kg Drohne auf ein 400km/h schnelles Flugzeug trifft. Der Pilot kann eine Drohne kaum wahrnehmen, geschweige denn ausweichen.
  • Die meisten Multicopter verfügen nicht über komplett redundanten Systeme und es kann zu Abstürzen kommen. Wenn 1.5kg aus 100 Metern Höhe herunterfallen und jemanden treffen, kann das durchaus tödlich sein. Deshalb darf auch keinesfalls über Menschenansammlungen geflogen werden.
  • Pilotenfehler führen ebenfalls relativ häufig zu Abstürzen.
  • Anwohner bzw. Nachbar etc. fühlen sich schnell (teilweise zu recht) durch Drohnen belästigt oder ausspioniert und sehen sich rasch im Mittelpunkt des Geschehens bzw. der Aufnahme, obwohl ihr Grundstück lediglich überflogen wird um beispielsweise eine Immobilie zu fotografieren.
  • Ein sicherer Betrieb ist nur möglich wenn umfassendes Wissen speziell zum eingesetzten Fluggerät (Akkus, Funkübertragung, Notfallverfahren, Betriebsgrenzen, technische Funktionsweise) besteht und auch Kenntnisse im Bereich Luftrecht und Meteorologie vorhanden sind.

Generelle Einschränkungen beim Betrieb von Drohnen

  • Die maximale Flughöhe beträgt 100 Meter (Vorgabe der Landesluftfahrbehörde. Technische ginge weitaus mehr. Viel mehr.)
  • Die Drohne muss sich in Sichtweite des Piloten befinden.
  • Bei Niederschlag kann nicht geflogen werden.
  • Vor Sonnenaufgang und nach Sonnenuntergang darf (regulär) nicht geflogen werden.
  • In Flugverbotszonen bzw. Gebieten mit Flugbeschränkung (EDR, RMZ, CTR) darf nicht geflogen werden (in der CTR, also Kontrollzone gibt es eine pauschale Freigabebzw. es muss eine Freigabe bei der DFS eingeholt werden. Grundsätzlich ist das der Fall im Radius von 1.5km rund um Flughäfen.
  • Menschenansammlungen dürfen nicht überflogen werden.
  • Verkehrswege dürfen nicht überflogen werden
  • Je nach Bundesland dürfen Justizvollzugsanstalten, militärische Anlagen, Anlagen der Energieerzeugung und -verteilung und Unglückstellen etc. nicht überflogen werden.